
Wirkung
Weißt du, vor ein paar Jahren hat mir mal jemand etwas gezeigt, das ich sofort verstanden habe. Kein einziges Wort der Erklärung. Er hat es einfach vor mich hingelegt, und in dem Moment war es sofort klar.
Kannst du dich an so einen Moment erinnern? Wo dir jemand nichts erklärt hat, sondern dich einfach gleich hat 𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯 lassen?
Das vergisst man nämlich nicht. DAS WIRKT.
Und jetzt denk mal an die andere Sorte Moment.
Du hast in den letzten anderthalb Jahren bestimmt selbst irgendwann mal Mistral, Anthropic, OpenAI, Google oder was auch immer geöffnet. Hast was eingetippt. Hast vielleicht sogar kurz gestaunt.
Und dann kam dieser eine Gedanke: 𝘚𝘤𝘩ö𝘯. 𝘈𝘣𝘦𝘳 𝘸𝘢𝘴 𝘮𝘢𝘤𝘩 𝘪𝘤𝘩 𝘫𝘦𝘵𝘻𝘵 𝘦𝘪𝘨𝘦𝘯𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘮𝘪𝘵? 𝘐𝘯 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘮 𝘓𝘢𝘥𝘦𝘯, 𝘮𝘪𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘓𝘦𝘶𝘵𝘦𝘯, 𝘪𝘯 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳 𝘍ü𝘩𝘳𝘶𝘯𝘨?
Du hast vielleicht sogar genickt. Erfreut, oder einfach höflich. So wie man bei vielen Dingen rund um KI gerade höflich nickt.
Aber dein Bauch, der wusste die ganze Zeit:
𝘐𝘤𝘩 𝘩ö𝘳𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘨𝘢𝘯𝘻𝘦𝘯 𝘞ö𝘳𝘵𝘦𝘳. 𝘈𝘣𝘦𝘳 𝘪𝘤𝘩 𝗦𝗘𝗛𝗘 𝘪𝘳𝘨𝘦𝘯𝘥𝘸𝘪𝘦 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵𝘴.
Und weißt du was, genau das ist gut so. Dein Bauch hat recht.
Die Schwäche liegt nämlich nicht bei dir. Sie liegt bei dem, was man dir gezeigt hat.
❝ 𝘞𝘢𝘴 𝘥𝘪𝘳 𝘦𝘳𝘬𝘭ä𝘳𝘵 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘮𝘶𝘴𝘴, 𝘩𝘢𝘴𝘵 𝘥𝘶 𝘮𝘰𝘳𝘨𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘦𝘥𝘦𝘳 𝘷𝘦𝘳𝘨𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯. 𝘞𝘢𝘴 𝘥𝘶 𝘨𝘦𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘴𝘵, 𝘥𝘢𝘴 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵. ❞
Und das ist eigentlich alles, worauf es ankommt.

Ein Mensch, der dir gegenübersitzt und nach dreißig Sekunden nickt, der nickt ja nicht, weil er deine Argumente durchdrungen hat.
Er nickt, weil er auf einmal etwas 𝗴𝗲𝘀𝗲𝗵𝗲𝗻 hat. In seiner eigenen Lage. Mit seinen eigenen Augen.
Das ist keine neue Erkenntnis. Das ist so alt wie das erste Mal, dass ein Mensch einem anderen etwas gezeigt hat, statt es ihm zu erklären.
𝗦𝗲𝗵𝗲𝗻 𝗹𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻 𝘀𝗰𝗵𝗹ä𝗴𝘁 𝗷𝗲𝗱𝗲𝘀 𝗘𝗿𝗸𝗹ä𝗿𝗲𝗻.
Jedes Mal. Jeden einzelnen Tag.

Das ist nämlich gar nicht so leicht. Das meiste, was du rund um KI zu sehen bekommst, 𝘦𝘳𝘬𝘭ä𝘳𝘵 dir nur, und zwar Funktionen, Listen, Dinge, die du nachher genauso wenig greifst wie vorher.
Wir wollten etwas, das du 𝘀𝗶𝗲𝗵𝘀𝘁.
Wir bauen etwas, das du in dreißig Sekunden siehst. Oder eben gar nicht.
Also, eine Frage für diese Woche.
𝘞𝘦𝘯𝘯 𝘥𝘶 𝘥𝘦𝘮 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯, 𝘥𝘦𝘯 𝘥𝘶 𝘸𝘪𝘳𝘬𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘦𝘳𝘳𝘦𝘪𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘭𝘭𝘴𝘵, 𝘥𝘳𝘦𝘪ß𝘪𝘨 𝘚𝘦𝘬𝘶𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘨𝘦𝘯ü𝘣𝘦𝘳𝘴𝘪𝘵𝘻𝘵; 𝘸𝘢𝘴 𝘬𝘢𝘯𝘯𝘴𝘵 𝘥𝘶 𝘪𝘩𝘮 𝗭𝗘𝗜𝗚𝗘𝗡, 𝘴𝘵𝘢𝘵𝘵 𝘦𝘴 𝘻𝘶 𝘦𝘳𝘬𝘭ä𝘳𝘦𝘯?
Nicht: was musst du ihm sagen.
Sondern: was kannst du 𝗵𝗶𝗻𝗹𝗲𝗴𝗲𝗻, 𝗮𝘂𝗳𝘀𝗰𝗵𝗹𝗮𝗴𝗲𝗻, 𝗱𝗿𝗲𝗵𝗲𝗻, sodass er es selbst sieht, ohne dass du noch ein Wort sagen musst?
Und wenn du diese eine Antwort findest, dann hast du die ganze KI-Frage gleich mit gelöst. Weil es nämlich dieselbe Frage ist.

𝘞𝘪𝘳 𝘣𝘢𝘶𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘳𝘢𝘥𝘦 𝘢𝘯 𝘦𝘵𝘸𝘢𝘴, 𝘥𝘢𝘴 𝘨𝘦𝘯𝘢𝘶 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦 𝘥𝘳𝘦𝘪ß𝘪𝘨 𝘚𝘦𝘬𝘶𝘯𝘥𝘦𝘯 𝘩ä𝘭𝘵.
𝘞𝘪𝘳 𝘥𝘦𝘯𝘬𝘦𝘯 𝘷𝘰𝘳 und d𝘶 𝘦𝘯𝘵𝘴𝘤𝘩𝘦𝘪𝘥𝘦𝘴𝘵. 𝘡𝘶𝘴𝘢𝘮𝘮𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳𝘥 𝘦𝘴 𝘍ü𝘩𝘳𝘶𝘯𝘨.
Mehr dazu, wenn es soweit ist.
𝗩𝗼𝗹𝗸𝗲𝗿 𝗠𝗲𝘁𝘇𝗴𝗲𝗿
𝘒𝘐 & 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘭𝘪𝘤𝘩𝘬𝘦𝘪𝘵 · 𝘚𝘵𝘢𝘧𝘧𝘦𝘭 2 · 𝘈𝘶𝘴𝘨𝘢𝘣𝘦 6
Zuerst erschienen im Newsletter „KI & Menschlichkeit“.