
Die neue Form der Arbeit
Alle reden davon, was uns die Maschinen wegnehmen.
Ich möchte über das reden, was zurückkommt.
Es gibt gerade einen Ton in der Welt, den du kennst. Jede Firma, jeder Ablauf, jeder Job, alles wird umgebaut, und zwar schnell, und wer nicht mitkommt, bleibt zurück. Dieser Ton macht Angst.
Und manchmal ist die Angst berechtigt. Wer sieht, wie seine Aufgabe verschwindet, hat einen echten Grund. Das rede ich nicht klein. Leg es für die Länge dieses Briefes trotzdem einen Moment zur Seite, und schau mit mir woandershin.
Denn die eigentliche Frage ist nicht, ob Maschinen Arbeit übernehmen. Das tun sie. Die Frage ist, WELCHE.
Wenn ich ehrlich bin, war die Hälfte meiner Arbeit nie die, für die ich angetreten bin. Das Sortieren, Wiederholen und Hinterherräumen. Die Dinge, die abends müde machen, ohne dass am Morgen jemand sagen könnte, was eigentlich entstanden ist.
Stell dir vor, das macht bald etwas anderes. Nicht die Arbeit, die du liebst. Die andere.
Und jetzt kommt der Teil, über den kaum jemand spricht. Was passiert mit der Zeit, die frei wird.
Wir haben uns angewöhnt zu glauben, sie füllt sich sofort wieder. Ein Werkzeug macht uns schneller, und schon liegt neue Arbeit da, weil ja Platz ist. Der Tag wird voller, nicht leichter.
Das ist keine Naturgewalt. Das können wir ENTSCHEIDEN.

Dieselbe halbe Stunde, die morgen früh frei wird, kann auch etwas anderes werden. Der Moment, in dem du eine Entscheidung wirklich durchdenkst, statt sie zwischen zwei Terminen abzuwürgen. Das Gespräch, in dem du einem Menschen wirklich zuhörst, weil endlich Zeit dafür ist. Der Schritt zurück, aus dem heraus du wieder führst statt nur zu funktionieren.
Das ist die neue Form der Arbeit. Nicht weniger Mensch, sondern mehr, da wo kein Werkzeug hinreicht.
Und darauf darf man sich freuen. Nicht auf ein fernes Versprechen, sondern auf einen ganz normalen Dienstagmorgen, an dem zum ersten Mal Luft ist für das, wofür du eigentlich angetreten bist.
Die Zukunft ist nicht, dass wir überflüssig werden. Sie ist, dass wir wieder Platz bekommen für das, was nur ein Mensch kann. Die Haltung, die Entscheidung und das Ohr für den anderen.

Genau daran arbeiten wir. Nicht an der Maschine, die dich schneller rennen lässt. An der, die dir den RAUM zurückgibt.
Und diese Woche ist dafür etwas Leises bestätigt worden. Dass das keine Träumerei ist, sondern Forschung. Eine unabhängige Stelle hat hingeschaut und gesehen, dass an dieser Idee echte Entwicklung hängt. Mehr dazu ein andermal.
Am Ende steht ein Mensch der atmen will.
Herzlichst, voller Freude
Volker
Zuerst erschienen im Newsletter „KI & Menschlichkeit“.